5 Hürden bei der Website-Gestaltung ... eine Herausforderung für jedes neue Unternehmen

Iwebsite checkn meinen Beratungsgesprächen ist die Website immer ein zentrales Thema - und oft ein echter Hemmschuh im Marketing. Was die Gründe dafür und häufige Fehler sind möchte ich im Folgenden kurz ausführen.

Ich wundere mich manchmal, wie schwer es manche Unternehmen interessierten KundInnen machen, sie zu kontaktieren.

Was würdest du von einem Geschäft halten, das eine Auslage, aber keine Öffnungszeiten hat? 

Genau, du würdest weitergehen und woanders kaufen... Lass deine Websitebesucher*innen nicht mühselig nach Telefonnummer oder E-Mail suchen! Wenn du auch Aufträge von neuen Kunden möchtest, sollten diese Kontaktmöglichkeiten idealerweise auf jeder Seite zu finden sein.

Unternehmensgründer*innen beginnen häufig voller Elan mit der Entwicklung ihres Logos und gleichzeitig mit dem Design der Website. Oft stellt sich aber heraus, dass sie zu diesem Zeitpunkt weder konkret wissen welchem Zweck die Website dienen soll, noch welche Zielgruppe sie damit ansprechen wollen und in einigen Fällen steht noch nicht einmal das Unternehmenskonzept bzw. die eigene Positionierung genau fest.

Würdest du deine Auslage schon mit irgendwelchem Zeug einräumen, wenn du noch keine eigenen Produkte lagernd hast und das Shopkonzept noch nicht fertig ist?

Mach zuerst eine Marketingstrategie, lege deine Produktpalette fest, definiere dein Unternehmensimage - bevor du die (virtuelle) Auslage dazu passenden gestaltest.

Immer wieder höre ich: "Ich kann noch nicht gründen, weil meine Website noch nicht fertig ist."

Klar, heutzutage benötigt man eine Webpräsenz um als Unternehmen glaubwürdig zu sein. Aber: 

Würdest du deine Geschäftseröffnung verschieben, nur weil die Auskleidung der Auslage noch nicht endgültig fertig ist?

Ein Schild mit "Neueröffnung" und den Öffnungszeiten, zusätzlich zu ein paar ins Auge springenden Dekogegenständen genügt, um die ersten Kunden anzulocken und zu informieren. Zu Beginn genügt eine einfache einzelne Seite ggf. mit Logo, eine Kontaktmöglichkeit und zwei Sätze zum Unternehmensgegenstand neben einem aussagekräftigen Bild als Blickfang.

Erfahrungsgemäß ändert sich im Laufe der ersten 6-12 Monate das eigene Konzept bzw. das Portfolio aufgrund der Erfahrungen mit den ersten Aufträgen, Kundenfeedback oder durch neue Kontakte und Möglichkeiten, an die man vorher noch gar nicht gedacht hatte. 

Lass dir lieber Zeit, bevor du eine Website einrichtest, die nicht zu dir und deinem Unternehmen passt und spar dir das Geld, das du für nachträgliche Änderungen ausgeben müsstest.

Jetzt hast du also deine Website fertig - hurrah! ... und das war es dann.

Würdest du dein Schaufenster auch mit ungeputzen Scheiben verstauben und vergilben lassen? Die Auslage auch nach Monaten - oder Jahren - noch unverändert wie bei der Eröffnung haben?

Heutzutage genügt es nicht mehr einfach nur online zu sein! Die Zeiten statischer Designerwebsites sind vorbei. Eine (virtuelle) Auslage muss lebendig und immer aktuell sein. Du musst mit deinen (potenziellen) KundInnen in Kontakt treten, interagieren. Sowas bringt die Leute in der Gasse immer wieder vor dein Schaufenster - online zieht es Traffik durch Suchmaschinen an. 

Da liest man allerorts seitenweise ausführlichste Erläuterungen zu Angebot, Methode und Werdegang in "seriöse" Formulierungen gehüllt. Jeder ist kompetent, zuverlässig, hat jahrelange Erfahrung und selbstverständlich maßgeschneiderte Angebote. Blablablah...

Würdest du in deinem Schaufenster alles planlos vollstopfen und übereinander stapeln? Nur große Plakate mit "Wir sind kompetent" oder "Wir können alles" reinhängen?

Dass du alles kannst und in jedem Bereich der/die Beste sind wird dir keiner abkaufen - und interessiert auch niemanden. Weniger ist mehr! Finde heraus in welchem Bereich du wirklich SpezialistIn bist und kommuniziere das überzeugend.

Dass du in deinem Bereich kompetent bist setze ich voraus - das musst du weder erwähnen noch durch jede Menge Fachvokabular beweisen. Konkrete Informationen sind der Erfolgsfaktor. Und zwar so, dass auch der Nicht-Experte verstehen kann worum es geht.

Deine (virtuelle) Auslage soll auf einen Blick informieren, was ich bei dir als KundIn bekomme. Wenn ich so etwas gerade suche und mich dein Schaufenster freundlich und aufgeräumt einlädt, werde ich dein Geschäft betreten = mit dir in Kontakt treten - und dann kommen wir vielleicht sogar ins Geschäft.

 

Deine Website ist dein virtuelles Schaufenster. Gleichbedeutend mit einer Auslage bei einem Gassengeschäft. Genau so muss sie auch behandelt werden. Einen großen Unterschied gibt es jedoch zwischen realem Schaufenster und Website: 

Als Kundin betrete ich ein Geschäft, weil das Schaufenster mit den ausgestellten Produkten einladend war. Ich kann den Schuh oder die Hose probieren, die Kette umlegen, ein Gerät von allen Seiten betrachten, bevor ich etwas kaufe. Die Person, die mein Geld kassiert und mir alles einpackt ist dabei in vielen Fällen unwichtig.

Als Solo-Unternehmen, das eine Dienstleistung anbietet, bist du ganz persönlich Teil des Produktes. Wer deine Leistungen in Anspruch nimmt, der bucht dich als Individuum mit. Wenn du also deine Website gestaltest, verstecke dich nicht! Wie du aussiehst, wie du sprichst, was du denkst - das macht einen großen Unterschied. Das macht dich einzigartig und hebt dich von jedem Mitbewerb ab.

Werde "angreifbar", indem du authentisch auftrittst. Zeige deine Persönlichkeit auf der Website. Wenn du eher konventionell bist, dann ist eine unkonventionelle Website Fehl am Platz. Wenn du kommunikativ bist, dann erzähle deine Geschichten - als Blog, mit einem Newsletter. Wenn du ein zurückhaltender Charakter bist, dann ist vermutlich Rot oder leuchtendes Gelb als Farbe nicht geeignet. Lass dir nichts von anderen einreden, mit dem du dich selbst nicht 100%ig identifizieren kannst. Denn die Gestaltung deiner Website erweckt eine Erwartung bei den Betrachtern - die du dann erfüllen solltest, sonst kosten dir viele Erstkontakte jede Menge Zeit, bei denen der potentielle Kunden dann feststellt, dass er sich das (dich) anders vorgestellt hat.

Als kleine Hilfestellung für deine Website kann dir meine Website-Checkliste dienen.

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