15 typische Anfängerfehler von JungunternehmerInnen

15 typische Anfängerfehler von JungunternehmerInnen

15 typische Anfängerfehler von JungunternehmerInnenIch habe ja in meinen Beratungsgesprächen oft mit NeugründerInnen zu tun, die Unterstützung und Tipps für den Aufbau Ihrer Kundenkommunikation suchen.

Diejenigen, die schon vor der offiziellen Gründung kommen haben es leichter. Die anderen müssen sich oft mit der Korrektur der eigenen Anfängerfehler herumschlagen.

Dabei gibt es regelmäßig wiederkehrende Situationen, die offensichtlich beim Einstieg ins Unternehmerdasein leider echte Stolpersteine sind:

  1. In der anfänglichen Begeisterung für die eigene Idee und im Start-up-Elan wird in Dinge investiert, die entweder zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, oder in diesem Umfang unnötig sind. (1.000 Werbekarten sind anfangs meistens schon zu viel, weil Sie nach den ersten 200 verteilten Stück rasch noch mal etwas ändern möchten. Ihre erste Website muss/sollte kein 3.000€ kosten ...)
  2. Besonders irritierend finde ich immer, wenn man den Eindruck bekommt, dass im Vorfeld der Gründung kein Rat bei der Wirtschaftskammer, oder bei einem Unternehmens- oder Steuerberater eingeholt wurde. (Sofern man noch nie als UnternehmerIn tätig war ist es unwahrscheinlich, dass man alle möglicherweise auftretenden Probleme abschätzen kann, oder sich mit allen rechtlichen Vorgaben auskennt.)
  3. Es wird für das Marketing deutlich zu wenig Budget/Zeit eingeplant und dann wundert man sich - und verzweifelt - über zu wenige Kundenanfragen. (Gerade in der Aufbauphase ist es wichtig hier ausreichend Ressourcen zu investieren, denn je schneller du deinen Kundenstock und die Netzwerke erweiterst, eine funktionierende Strategie entwickelst, umso leichter wird es langfristig mit den finanziellen Ressourcen.)
  4. Erst nachdem schon das Budget knapp wird, geht man auf die Suche nach Fördermöglichkeiten (die man großteils nur bekommt bevor man anfängt zu investieren).
  5. Fehlende Kompetenzen im Bereich Akquisition, Kundenkommunikation, Social Media, etc. werden ausgeblendet, oder auf die lange Bank geschoben, anstatt sich gleich von Beginn an fachlichen Rat zu holen, oder sich zumindest selbst umfassend in diesen essentiellen Bereichen weiterzubilden. (Es gibt dafür in Wien zahlreiche kostenlose und geförderte Möglichkeiten!)
  6. Kosten werden i.d.R. um gut 20% unterschätzt, weil man teilweise plötzlich ganz andere Ausgaben hat als noch im Angestelltenverhältnis. (z.B. gerade Veranstaltungen und Networking kann sich als Ausgabe unerwartet hoch summieren, oder das Homeoffice kostet mehr als gedacht an Strom/Heizung, wenn man ganztags dort arbeitet)
  7. Umsätze fallen häufig geringer aus als geplant, da die ersten Monate fast nur mit Rennereien, Administration, Networking und Marketingaufgaben gefüllt sind und keine Einnahmen bringen. (Kein Unternehmen hat sofort 100% des zum Überleben nötigen Umsatzes. Es sollte für das erste Jahr mindestens 50% des geplanten Einkommens auf dem Sparbuch liegen - zusätzlich zu dem Budget für die Startausgaben.)
  8. Es wird endlos Zeit verplempert mit sinnlosem "Herumwursteln" mit Dingen, von denen man keine Ahnung hat, anstatt das an Experten zu delegieren. (wie z.B. Installation bzw. Texte für die Website, Newsletter einrichten, Folder gestalten, usw. die beim Selbermachen 10mal mehr Zeit kosten und dann im Ergebnis auch noch suboptimal sind.)
  9. Es werden nicht Fachleute um Rat und Feedback befragt, sondern gleichermaßen "Laien" wie man selbst einer ist. (Freunde & Familie, Nachbarn, ehemalige Kollegen, Partner, Kinder, ... auch Mitbewerber sind nicht automatisch Experten zu einem Thema, das nicht ihre Kernkompetenz ist.)
  10. Manche studieren wochenlang die "Konkurrenz", anstatt sich ein eigenständiges Konzept und eine für den eigenen Bedarf passende Preisgestaltung zu überlegen. (Es nützt nichts wenn ein Mitbewerber mit seinem Konzept, seiner Website, seinem Honorar gut fährt - Du musst Rahmenbedingungen aufbauen, die gut für DICH passen.)
  11. Man verlässt sich auf Zusagen von Kooperationspartnern oder potentiellen Auftraggebern - die dann abspringen, sich Monate Zeit lassen bis endlich was passiert, oder nie wieder etwas von sich hören lassen. (Nur trockene Tinte auf dem Vertrag ist etwas worauf man sich verlassen kann ;) Du solltest dir gut überlegen mit wem du zusammenarbeitest und keine Zeit in vage geäußerte Pläne investieren, oder an Personen festhalten, die keine Eigeninitiative zeigen.)
  12. Es wird gerade von Solo-Unternehmen im Marketing in Aktionen investiert, die vielleicht für größere Unternehmen mit ausreichend Budget langfristig zielführend sind, aber bei beschränkten Mitteln nicht lange/umfangreich genug durchgeführt werden können, um einen Nutzen zu erzielen. (dazu gibt's bereits einen eigenen Artikel: Warum klassische Werbung für Solo-Unternehmen nicht gut funktioniert)
  13. Marketingmaßnahmen werden ohne Strategie durchgeführt, Ankündigungen zu kurzfristig und zu wenig oft/an zu wenig Personen gemacht. Es wird keine Kosten-Nutzen-Rechnung angestellt, sondern planlos drauflos agiert. (Aktionen zur Kundengewinnung müssen gut geplant und mit ausreichend Zeit vorbereitet und ausgewertet werden, wenn sie etwas bringen sollen. Irgendwelche kurzfristigen Adhoc-Aktionen, basierend auf plötzlichen Eingebungen, sind nur selten zielführend.)
  14. Besonders schade finde ich es, wenn bei Schwierigkeiten, Verzögerungen und Überforderung dann der "Depri"-Faktor jegliche Handlungsfähigkeit lahmlegt. So geht es umso schneller den Bach runter ... (Rückzug ins Schneckenhaus kann man sich speziell in solchen Phasen nicht leisten! Gerade da muss man unter die Leute, sich Impulse holen. Ein, zwei Tage Abstand gewinnen und die eigenen Batterien aufladen ist sinnvoll, aber dann musst du dich wieder arbeitsfähig kriegen, sonst dreht sich die Spirale immer schneller nach unten. Oft genügen schon kleine Impulse von außen, um wieder Ideen zu haben und die Initiative zu ergreifen.)
  15. Hinderlich auswirken können sich auch persönliche Unsicherheiten in der Selbsteinschätzung bzw. -darstellung. In der Folge geht man nur ungern zu Netzwerkveranstaltungen, weil man sich dort unwohl fühlt. Bei der Frage nach "Was machen Sie genau?" wird herumgestottert, oder so wirr geredet, dass keiner versteht was man eigentlich anbietet. (Wenn es für dich eine Hürde ist dein Angebot mit Überzeugung zu verkaufen, dann hast du ein Problem! Da hilft nur das Angebot im Detail zu definieren, die Zielgruppe spezifizieren, an der Selbstdarstellung zu arbeiten und üben, üben, üben ...)

Wenn du dich da bei dem einen oder anderen Punkt ertappt fühlst, bist du in guter Gesellschaft ;) Und es ist nie zu spät, um noch eine gute Strategie zu entwickeln, Anfängerfehler auszumerzen und neue KundInnen zu gewinnen.

 

Wo es noch anfangs häufig Stolpersteine gibt: 5 Hürden bei der Website-Gestaltung

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