Facebook vs. Google

Online-Werbung für Kleinstunternehmen - Facebook vs. Google

Werbung-FB-GoogleDie meisten UnternehmerInnen, die schon einmal versucht haben selbst mit Google AdWords Werbung für das eigenen Unternehmen zu machen, haben es rasch wieder aufgegeben, weil man es ohne Schulung praktisch nicht nützen kann. Die richtigen Einstellungen und Keywords herauszufinden, um auch angezeigt zu werden, ist manchmal eine unüberwindliche Hürde. Für die Unterstützung von Experten müsste man hohe Budgets zur Verfügung haben - die sich oft bei EPU niemals rechnen. Außerdem kommt es leicht zu Streuverlusten, wenn man nur in begrenztem regionalen Umfeld tätig ist.

Facebook bietet da eine deutlich interessantere Lösung mit den FacebookAds, wo man die gewünschte Zielgruppe sehr einfach definieren und besonders leicht für ein regionales Gebiet auswählen kann. Außerdem entfällt da auch eine Filterung nach Keywords. Man erscheint am besten dort, wo bereits Beziehungen bestehen und erhält so indirekte Empfehlungen an "Fans & Friends" der eigenen Kontakte. Man definiert einfach ein Budget (mind. 1€/Tag) und erscheint automatisch - solange man möchte oder das Geld reicht. Ideal also für Solo-Unternehmen mit geringem Budget, die auch alleine damit klar kommen können, da keinerlei Wartung oder komplexe Einstellungen nötig sind.

Nach meiner Erfahrung können damit Fanseiten schnell Abonnenten aufbauen (Investition zwischen € 1,50 und € 2,50 pro neuem Fan) und Aktionen lassen sich sehr zielgerichtet promoten.

Google hat nun aber Anfang Dezember in Österreich (als 14. Land weltweit) ein neues Produkt für den Werbemarkt lanciert: Google AdWords Express. Dies ist die Lösung für alle kleinen Unternehmen, die bisher mit AdWords verzweifelt sind. Was Google da anbietet macht Facebook echte Konkurrenz: Kein Know How ist nötig um eine Anzeige zu erstellen. Ab 40€ pro Monat ist man dabei. Innerhalb von 5 Minuten ist man fertig und der Google-Algorithmus platziert die Einschaltung auf den Suchergebnisseiten vollautomatisch. In Abstimmung mit den besten Keywords und genau für jene Menschen, die auch regional suchen. Entweder weil sie z.B. "Friseur 1080 Wien" eingeben, oder der Standort des Users wird anhand der IP-Adresse eruiert und dann werden nur die für diese Region relevanten Ads angezeigt. Das bringt beiden Seiten einen Vorteil - den Suchenden und den Anbietern. 

Bei der gestrigen Pressekonferenz wurde die einfache Handhabung anhand der Second Hand Kinderboutique LUCA in 1140 Wien demonstriert. Die Inhaberin, Edith Zortea (eine Jungunternehmerin, die ich bei der Gründung begleitet habe), konnte ohne großen Aufwand und Vorkenntnisse damit leicht hantieren und ist nach dem ersten Monat mit der einfachen Bedienung sehr zufrieden. Mit einem Budget von 70€ gab es über 150 Besucher auf der Website.

Beide Systeme haben natürlich ihre Schwachstellen und Stärken:

Facebook erreicht nur jene 40% der Österreicher zwischen 13 und 80 Jahren, die auch bei Facebook dabei sind. Da ist Google klar im Vorteil, das von allen genutzt werden kann.

Dafür punktet Facebook mit einer sehr hohen Interaktionsrate, die Methode "Das gefälllt deinem Freund XY" ist unvergleichlich wirksam und neue Fans sind zusätzlich sofort für das Unternehmen selbst sichtbar. Bei Google erfährt man nur wer da geklickt hat, wenn die Menschen nach dem Klick und dem Besuch der Website auch aktiv Kontakt aufnehmen. Da wird es umso wichtiger, die Website up to date zu halten und mit Übersichtlichkeit und ansprechender Gestaltung Besucher für sich zu gewinnen.

Meine Einschätzung geht dahin, dass es für lokale Einzelhändler, Lokale/Hotels und auch kleinere Webshops, sowie Handwerker und Dienstleister, die allgemein bekannte Leistungen (also ohne Erklärungsbedarf) anbieten, optimal ist mit dem neuen Google AdWords Express zu werben. Du kannst dies direkt mit Google Places verknüpfen und damit Suchende auch ohne großen Aufwand und mit überschaubarem Budget auf dich aufmerksam machen.

Für alle, die beratend tätig sind, wo es einen gewissen Vertrauensvorschuss für einen Auftrag geben muss, oder Menschen auch weitere Anreisen auf sich nehmen, um zu Experten zu gelangen, ist Facebook das bessere Medium. Das Vertrauen in den "Like" eines Freundes ist ungebrochen und die beste Werbung, die man haben kann.

Doch wie immer im Marketing geht probieren über studieren: Am besten beides ausprobieren und sehen, was am besten für das eigene Unternehmen ist bzw. wo man am leichtest zu neuen Kunden kommen kann.

Ein paar Fakten zum Thema:

79% der österr. Haushalte hatten 2012 Internetzugang (77% sogar Breitbandverbindung) lt. Statistik Austria

56% der österr. Internetnutzer, die im letzten Jahr etwas gekauft haben, suchten vorher online dazu Informationen - das nennt man ROPO-Effekt (Research Online Purchase Offline) lt. TNS Consumer Barometer Studie 2012 

 

Warum klassische Werbung für Solo-Unternehmen nicht funktioniert.

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